Nicht nur drüber reden, sondern auch sehen, worüber geredet oder sogar entschieden wird: Das war bei der Radtour der Nordwalder SPD möglich. Sie führte zu verschiedene Orten in der Gemeinde, die in den letzten Jahren die Kommunalpolitik beschäftigte.

Der Bauhof war ein Thema bei der Radtour der SPD – aber nicht das einzige. Ewald Pölking hatte sich wieder eine Route überlegt, die an verschiedenen Orten in Nordwalde vorbeiführte, über die in der Lokalpolitik diskutiert und entschieden wurde. Die Sozialdemokraten hatten zu der Tour auch Bürgermeister Oliver Hordt eingeladen.

Nach dem Start am Bürgerzentrum radelte die Gruppe am alten ZOB vorbei, wo ein Ärztehaus geplant ist. „Es wird ein Investor gesucht“, erläuterte Fraktionsvorsitzende Annette Bösert. Das Vergabeverfahren läuft derzeit. „Die Frist ist abgelaufen“, ergänzte Hordt, dass die möglichen Investoren ihre Konzepte eingereicht haben müssen. „Wir sind jetzt in der Auswertung.“

Weiter ging es zum Althausweg. Lange war hier der Bau einer Kita vorgesehen, der aber, wie seit einigen Monaten bekannt ist, nicht mehr realisiert wird. Nachdem der Kreis Steinfurt angekündigt hatte, alle Neubauprojekte dieser Art auf den Prüfstand zu stellen, hatte Hordt im Frühjahr den Kreis gebeten, sich zu dem Vorhaben in Nordwalde zu positionieren. Und folgende Antwort bekommen: „Von uns aus wird die nicht gebaut.“ Statt einer Kita wird auf dem Gelände am Althausweg nun reine Wohnbebauung entstehen. Für Diskussionen sorgte zuletzt noch mal eine Eiche, die eigentlich erhalten werden muss, aber, wie sich jetzt zeigte, geschädigt ist.

Vermarktung nicht ganz einfach

An der Fläche des künftigen Auenparks vorbei radelte die Gruppe zum Gewerbegebiet Süd, das sie über die neu angelegte Straße durchquerte. Die Vermarktung für die Grundstücke läuft, ein großer Teil war oder ist reserviert. „Wir bekommen durchgehend Anfragen“, sagte Hordt. Einige Bauplätze sind sogar dreifach belegt. Die Politik hat dafür mittlerweile Fristen festgelegt. Die Gemeinde vermutet, dass die schwierige wirtschaftliche Lage dazu führt, dass Unternehmen zwar ein Areal reservieren, aber aktuell nicht unbedingt kaufen.

Gebaut wird aber an anderer Stelle: Entlang der Straße Am Bahnhof entstehen drei Mehrfamilienhäuser, die Teil der geplanten Klimaschutzsiedlung sind. Die Familie Beckhoff-Wermelt führte durch den Neubau, in dem 41 Wohnungen untergebracht werden, die zum größten Teil öffentlich gefördert sind. Über die Tiefgarage sind die drei einzelnen Gebäude verbunden.

Im Erdgeschoss werden zwölf Wohnplätze für Studierende und Auszubildende verwirklicht, die möbliert vermietet werden. Die Nachfrage war so groß, Ute Beckhoff-Wermelt musste gar keine Werbung machen, so schnell waren sie vergeben. Auch für die meisten anderen Wohnungen sind bereits Mieterinnen und Mieter gefunden. Das gesamte Projekt der neuen Klimaschutzsiedlung beinhaltet neben den drei Mehrfamilienhäusern noch Doppelhaushälften, die später gebaut werden.