Sie haben sich eingegroovt als Führungsduo der Nordwalder SPD – und deshalb machen David Große Dütting und Jens Lücke auch damit weiter. Die beiden haben sich in den vergangenen Jahren als Team gefunden, zusammen die Kommunalwahl vorbereitet und sitzen jetzt auch gemeinsam im Rat. So gab es bei der Mitgliederversammlung gar keine Diskussion, ob Große Dütting als Vorsitzender und Lücke als sein Stellvertreter weitermachen sollen.

Wie bei ihnen galt auch für fast alle anderen Posten im Vorstand: Die bisherigen Amtsträger wurden wiedergewählt und das einstimmig. Annette Bösert bleibt Kassiererin und Meik Jones Schriftführer. Hildegard Hesselmann ist Seniorenbeauftragte. Richard Streschewski kommt als Beisitzer neu hinzu und Lara Streschewski als Vertreterin der Jusos und Social-Media-Beauftragte.

Familien betroffen

Die Vorstandswahlen waren bei der Versammlung im Bürgerzentrum schnell abgehakt. Der Fokus der Sozialdemokraten richtete sich dann auf die aktuellen politischen Themen. Der Gemeinderat befindet sich zwar momentan in der Sommerpause, die Fraktionsmitglieder der SPD berichtete aber von der Arbeit zuvor. Große Dütting und Bösert teilen sich seit dieser Ratsperiode den Fraktionsvorsitz.

Ein Thema, das sie beschäftigt hat und es weiter tun wird, ist die schlechte Finanzlage der Gemeinde. Bösert blickte noch mal auf die Verabschiedung des Etats für 2026, zu dem bekanntlich ein Haushaltssicherungskonzept aufgestellt werden musste. Die SPD kritisierte, dass viele Maßnahmen daraus Familien betreffen würden, wenn beispielsweise die Beiträge für Übermittagsbetreuung und Offenen Ganztag erhöht werden sollen.

Sorgen um Zinsbelastung

Ein Punkt, über den bei der Haushaltsverabschiedung bereits lang diskutiert wurde: Sind die Maßnahmen als Vorschläge zu sehen, wie die Verwaltung argumentierte, oder müssen sie umgesetzt werden? Bösert und Große Dütting bekräftigten noch mal ihre Haltung, um Anregungen handelt, wie die Gemeinde sparen könnte. Wenn Nordwalde in den nächsten Jahren überschuldet sein sollte, werde der Kreis Steinfurt Maßnahmen zum Sparen anordnen. „Zuerst die, die wir selbst ins Haushaltssicherungskonzept geschrieben haben“, argumentierte Große Dütting.

David Große Dütting begrüßte Neumitglied Resi Buerbank

Sorgen bereitet den Sozialdemokraten die Zinsbelastung. „Vor allem die Kredite zur Liquiditätssicherung haben stark zugenommen“, stellte der Vorsitzende fest. „Und das sind die, die richtig teuer sind.“ Zumal die reelle Gefahr bestehe, dass die Zinssätze noch mal steigen. Große Dütting machte am Beispiel der Grundsteuer B fest, was das bedeuten würde: Wenn der Hebesatz erhöht wird, würden die Nordwalderinnen und Nordwalder das zu spüren bekommen, im Haushalt könne es aber fast nicht zu bemerken sein. „Die Zinsbelastungen fressen die Mehreinnahmen auf.“

Antrag zur Gebührensatzung

In den Blick rückt auch schon der Haushalt für das kommende Jahr. Um diesen aufzustellen, will die Gemeinde einen externen Berater hinzuziehen, der sich auch mit den Fraktionen austauschen soll. Bösert machte klar, was ihnen dabei wichtig ist: Der Berater solle sich nicht darauf fokussieren, ob eine Gebühr um ein paar Euro angehoben werde, sondern in welchen Bereichen die Verwaltung effizienter arbeiten könne. Die Sozialdemokraten haben selbst einen Antrag zur Gebührensatzung gestellt, der zur dauerhaften Konsolidierung des Gemeindehaushaltes beitragen soll.

In zwei Fällen sorgte die Vorgehensweise der CDU für Unmut bei der SPD. Zum einen beim Thema Einfriedungen, als die Mehrheitsfraktion eine eigene, „aus unserer Sicht KI-gestützte Satzung“ erstellt hat. Darin seien beispielsweise auch Begriffe nicht eindeutig bestimmt, kritisierte Bösert. Eine Satzung zu erarbeiten, sei ohnehin Aufgabe der Verwaltung, nicht der CDU.

Gute Arbeit in der Fraktion

Zum anderen störte die Sozialdemokraten das Verhalten der CDU bei der Erweiterung der Gangolfschule, die plötzlich ein Konzeptpapier für die Zusammenlegung der Nachmittagsbetreuung beider Grundschulen in der ehemaligen Jubi in die Diskussion einbrachte. Jens Lücke, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Kultur, Sport und gesellschaftlichen Zusammenhalt, lehnte nicht nur die Idee ab, sondern bemängelte auch den unprofessionellen Umgang damit.


…aus den Westfälischen Nachrichten vom 23. 7. 2026